An welchem Punkt der Nacht     

 

"An welchem Punkt der Nacht

befinden wir uns", stand,

nicht auf deutsch, auf dem Vorhang,

bevor er sich hob: was er

freigab, findet sich nicht im Gedächtnis.

Es muß bunt gewesen sein und

in gewisser Weise von Büchner:

nicht die Bilder vor unseren Augen

sahen wir, sondern das, was sie

austrieben im Blut: die kleine

schartige Stelle am Hals des

Verzweifelten, nachdem er die Säge

doch wieder abgesetzt hat. Die Ranken

aus dem Tapetenmuster, die sich

mit unseren Fingern untrennbar verflochten.

Honiggelbe Tränenspuren voller

Fliegen und Liederreste. Aufgebrochene

Herzkammern, Lügen aus Edelstahl und die

aus der Erde gelesenen Knochen, die keine

Katze mehr ergeben. An welchem

Punkt der Nacht hören wir auf,

uns zwischen Sternen und Tag zu entscheiden.

 

 

© 2016 ingrid mylo